adiuto hat sich im Einsatz bewährt
Ob adiuto funktioniert, ist keine offene Frage. Die Plattform wurde 2022 in Berlin unter außergewöhnlichen Bedingungen eingesetzt. Die damaligen Zahlen und Berichte belegen, dass sich ihr Grundprinzip auch im großen Maßstab bewährt hat.
Welches Problem löst adiuto?
Wenn sehr viele Menschen gleichzeitig helfen wollen, entsteht schnell ein Koordinationsproblem: Was wird gerade gebraucht? Wie viel davon? Wohin soll es gebracht werden? Wer hat bereits eine Lieferung zugesagt, und was ist tatsächlich angekommen?
In großen Chats gehen wichtige Anfragen unter. Veraltete Aufrufe werden weitergeleitet. Manche Dinge werden mehrfach gebracht, andere gar nicht. Gleichzeitig füllen sich kleine Lager mit Spenden, für die vor Ort gerade kein Platz oder Bedarf besteht.
adiuto schafft dafür eine verbindliche, aktuelle Bedarfsliste. Die Initiative trägt ein, was sie in welcher Menge und an welchem Ort benötigt. Spendende übernehmen einen Teil davon als Mission. Bei der Übergabe wird erfasst, was angekommen ist; der offene Bedarf wird sofort angepasst. So bleibt die Übersicht bei dem Team, das die Lage vor Ort kennt.
Berlin 2022: adiuto im Großeinsatz
Anfang März 2022 empfingen Freiwillige in Berlin Züge und Busse mit Hunderten Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine flohen. In der Hauptgruppe von Berlin Arrival Support waren inzwischen ungefähr 2.300 Menschen. Im selben Chat liefen gleichzeitig Anfragen nach Essen, Betten, Fahrgelegenheiten, Sprachkundigen und Sachspenden. Dringende Beiträge verschwanden innerhalb kürzester Zeit im Nachrichtenstrom.
In dieser Lage kam adiuto zum Einsatz. Jede Anlaufstelle führte ihre eigene aktuelle Bedarfsliste. Spendende konnten verbindlich ankündigen, was sie bringen würden. Bei der Übergabe wurde die Lieferung bestätigt und die noch benötigte Menge angepasst. Berlin Arrival Support und die Spendenbrücke Ukraine nutzten die Plattform für ihre Arbeit.
Daten, Zitate und Zwischenstände in diesem Abschnitt stammen aus zeitgenössischen Gruppenarchiven von Berlin Arrival Support und den Aufzeichnungen des früheren adiuto. Namen und Kontaktdaten wurden entfernt. Angaben zu Ankommenden und Gruppengrößen sind damalige Schätzungen; die Plattformzahlen sind die von adiuto veröffentlichten Gesamtstände.
Eine aktuelle Bedarfsliste statt eines überfüllten Chats
Ab dem 3. März verwiesen Koordinierende Spendende auf adiuto. Das jeweilige Team vor Ort trug selbst ein, was es tatsächlich annehmen konnte. Was nicht auf der Liste stand, sollte in diesem Moment nicht gebracht werden.
So lief eine Spende ab:
- Eine Station veröffentlichte einen Artikel und die noch benötigte Menge.
- Wer etwas bringen wollte, übernahm einen Teil davon als Mission und erhielt einen QR-Code.
- Vor Ort scannten Freiwillige den Code. Damit war die Übergabe bestätigt und der offene Bedarf wurde aktualisiert.

Warum das an den Stationen wichtig war
Zwei Nachrichten vom 8. März erklären das Problem besser als jede Funktionsbeschreibung:
Mehrere Standorte, ein verlässlicher Ablauf
Für Hauptbahnhof, ZOB und Südkreuz gingen getrennte Listen in Betrieb. Später umfasste das Netzwerk auch Ostbahnhof, LAF/AKUZ, Tempelhof, Potsdam und weitere Orte. Spendenhinweise wurden zweisprachig. In Tempelhof gesammelte Waren konnten zum Hauptbahnhof weitergeleitet werden. Zusätzlich gab es eine Person-zu-Person-Liste für Menschen, die bereits eine Unterkunft gefunden hatten, denen aber einzelne Dinge fehlten.
Die Lage änderte sich ständig, der Ablauf blieb verlässlich: Die Teams vor Ort pflegten ihre Bedarfe. Spendende sahen die aktuellen Mengen und sagten ihre Lieferung beim Checkout verbindlich zu. Der QR-Code bestätigte die Übergabe und hielt die Liste auf dem neuesten Stand.
Die Größenordnung
Mit diesen Listen koordinierten Freiwillige Essen und Dinge des täglichen Bedarfs für Tausende Menschen, die in Berlin ankamen. Allein eine Liefermeldung dokumentiert 3.000 Seifen, 550 Zahnpflege-Sets, 500 Duschgele, 300 Shampoos, 200 Körperlotionen und 400 Becher sowie Zahnbürsten, Conditioner und Rasiersets, die zur Übergabe am Berliner Hauptbahnhof bereitstanden.



Die Bilanz
Am 29. April teilte die Gruppe einen schlichten Zwischenstand für die Arbeit seit Ende Februar: 276.859 gespendete Artikel, 26.823 abgeschlossene Missionen und 2.724 regelmäßige Freiwillige. Diese Zahlen wurden veröffentlicht, während die Hilfe noch lief; die späteren Gesamtzahlen der früheren Plattform stehen darunter.

Insgesamt verzeichnete die frühere Plattform schließlich:
Zahlen aus den Aufzeichnungen der früheren Plattform. Registrierte Konten sind nicht mit regelmäßig aktiven Nutzer:innen gleichzusetzen.
Wer den Erfolg möglich gemacht hat
Die Plattform hat kein Essen zubereitet, keine Kisten getragen und keine Nachtschicht übernommen. Das taten die Freiwilligen vor Ort. Spendende bezahlten, packten, fuhren und lieferten. Sie haben Tausende Menschen versorgt. Ihnen gebührt der Verdienst.
adiuto sorgte dafür, dass alle Beteiligten wussten, was gebraucht wurde, wer etwas bringen wollte und was bereits angekommen war. Dadurch ließen sich doppelte oder unpassende Lieferungen vermeiden und die vorhandene Hilfe gezielt einsetzen. Genau darin lag die Aufgabe der Plattform: Sie koordinierte die Arbeit der Menschen, die die Hilfe möglich machten.
Der Einsatz von 2022 ist der Beleg: adiuto war kein theoretisches Konzept. Die Plattform hat unter realen Bedingungen und bei hohem Aufkommen funktioniert. Die neue Umsetzung baut auf diesem erprobten Grundprinzip auf.
Erfahre, wie adiuto heute funktioniert, oder sieh dir aktuelle Bedarfe an.